Auf der Suche nach dem Vulkan.

In der Nähe von Großenhain, zwischen Colmnitz und Bauda, nur ein paar hundert Meter von der B 98 entfernt, ragt der Colmnitzberg unscheinbar zwischen den Feldern empor. Vor 280 Millionen Jahren war die kleine Anhöhe noch ein explosiver Vulkan. Von Kirschbäumen umsäumt, findet man im Inneren einen Weiher, der vor 30 Jahren noch ein geheimer Badeplatz war.

Doch nun ist das Wasser schwarz und brackig. Von Baden gehen kann nun keine Rede mehr sein. Grauweiden wachsen am und im Wasser. Andere Bäume sind ins Wasser gestürzt und so wächst der einstige Steinbruch immer mehr zu. Bauern der Umgebung hatten früher den Brockentuff für ihre Häuser und für Wege abgebaut. Doch nun wird es in vielleicht 500 Jahren hier nur noch ein Moor geben, da immer mehr Pflanzen im Wasser verrotten.

Dieser verwunschen anmutende Platz war heute nun Ziel eines Ausfluges mit meinen Kindern. Picknicken im Grünen. Die Natur beobachten. Auf dem Weg zum Steinbruch begleiteten uns sattgelb blühende Rapsfelder und sogleich lief uns auch ein Feldsandlaufkäfer über den Weg.

Nachdem wir uns einen Weg durch dorniges Gebüsch zum Weiher gebahnt hatten, suchten wir uns ein Stück Wiese, um die Picknickdecke auszubreiten. Da gab viel zu sehen. Enten stiegen laut schnatternd in die Luft, Bienen und Hummeln umsummten uns. Kohlweißlinge und Scheckenfalter tummelten sich auf den Blüten. Sogleich entdeckte mein Sohn eine größere Fläche mit Taubnesseln und dann pflückten wir ein paar Blüten und sogen den Nektar aus, ganz wie die Bienen es tun. Dann fiel uns ein, dass wir doch einmal Taubnesseltee probieren könnten. Also sammelten wir noch mehr Blüten, damit wir uns dann abends einen leckeren Tee bereiten können.

Plötzlich wurde es dunkel. die Sonne verschwand hinter den Wolken. Es fing an zu donnern. Schnell packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zurück. Leider schafften wir es nicht ganz, trocken zum Auto zu kommen. Halb durchnässt, aber voller neuer Eindrücke, fuhren wir nach Hause, denn jetzt konnten wie den Taubnesseltee wirklich gebrauchen.

Die Bilder zum Ausflug: http://bit.ly/mGNA6s

2 Comments »

  1. Vielen Dank für den kleinen Bericht. Aus Neugier über den von außen nicht sichtbaren Steinbruch und aus Interesse an der Frühgeschichte der Region war ich gestern bei strahlendem Sonnenschein an diesem Ort. Ein wirklich verwunschenes Fleckchen. Von außen nur ein paar Bäume, innendrin dann aber größer wie gedacht. Ein beliebtes Versteck für Rehe und wohl auch Wildschweine, ich bin auch prompt in die Wildkamera gelaufen. Naja, hat der Jäger wenigstens mal was anderes auf dem Bild. Leider war das Wasser wirklich schwarz und brackig und man konnte nicht hineinschauen, ich hatte eigentlich klares Wasser erwartet. Ein Haufen Frösche/Kröten scheint es aber darin zu geben. Ansonsten hätte ich vorgeschlagen, den mal trocken zu legen und zu schauen, welche Geheimnisse der Weiher birgt…

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    • Danke für den ausführlichen Kommentar. Ja, es gibt noch solche Kleinode in unserer Heimat. Meine Mutter ist da als Kind noch Baden gewesen. Heute ist das einfach unvorstellbar. Und vielleicht gibt es Geheimnisse auf dem Grund des Weihers. Wer weiß.

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