Ostseestrandtag

Es war für mich der erste Frühsommer an der Ostsee. Der Strand war überraschend leer, obwohl fast hochsommerliche Temperaturen herrschten. Dann die Decke ausbreiten, Drauflegen und die Augen schließen. Das gleichmäßige Rauschen der Wellen wirkt sehr beruhigend, regelrecht einschläfernd. Ab und zu kreischt eine Möwe, als wollte sie, dass ich nicht einschlafe. Der Wind umsäuselt sanft meinen Körper. Der Alltagsstress sucht sich langsam einen Weg aus dem Kopf.

Als ich aufwache, ist aus der kleinen Brise ein stetiger Wind geworden. Mich fröstelt. Ich ziehe das Shirt über und packe meine Sachen. Stapfe nun barfuß durch den feinkörnigen Sand. Ein Hochgenuss für die Füße.

Wenig später laufe ich direkt am Wasser. Der Sand ist nun fest und feucht. Bei jedem Schritt hinterlasse ich Spuren, welche jedoch die nächste Welle wieder verschluckt. Vergänglichkeit im Eiltempo.

So laufe ich der Abendsonne entgegen, bis diese langsam am Horizont tiefrot versinkt. Die Möwen kreisen tief über dem Wasser und gieren nach Fisch zum Abendbrot. Postkartenkitsch in farbiger Vollendung.

In solchen Momenten kann man einfach nur glücklich sein und eine tiefe Zufriedenheit empfinden.

Ostsee, ich komme wieder, im Winter, wenn der Schnee sanft auf die vielleicht zugefrorene See fällt. Dann jedoch eingemummelt mit dicker Jacke, Mütze, Schal und Handschuhen. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf.

(Aus dramaturgischen Gründen habe ich in der Ich-Form geschrieben. In Wirklichkeit haben wir dies zu zweit erlebt und es war mit Sicherheit noch schöner, als es allein gewesen wäre.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s