Dresden im Electro-Pop-Rausch.

Dresden, Alter Schlachthof, Samstag, 8. Oktober 2011, 16:35 Uhr: Der Einlass zum wohl größten Synthie-Pop-Festival, was Dresden wohl jemals gesehen hat, beginnt. Es mutet wie ein Tanztee an, um diese Uhrzeit bereits zu einem Konzert zu gehen. Aber es warteten immerhin vier Electro-Pop-Heroen auf das Gehör der Fans.

Punkt 17:10 Uhr stand die aus Neubrandenburg stammende Band MINERVE auf der Bühne. Eine in Deutschland relativ unbekannte Band, die jedoch in Russland und Polen Top Ten Erfolge in den Verkaufscharts vorweisen können. Das 25minütige Setlist war von melodiösen Songs geprägt, was den anwesenden Fans wohl recht gut gefiel.

Der Umbau ging rasend schnell und bereits zehn Minuten später erklang der erste Song von DE/VISION. Die beiden Bensheimer Steffen Keth (Gesang) und Thomas Adam (Tasten und Programming) gingen gleich in die Vollen: Das zweite Stück war deren großer Hit „Try to forget“ und dieser wurde von den Fans lauthals mitgesungen. Aber auch vom letzten Album gab es Songs wie die Singleauskopplung „Twisted Story“ oder das krachende „Rage“ zu hören. Die Zugabe konnte nur „Your Hands On My Skin“ sein. Ein Song, der tatsächlich unter die Haut geht. Die Bensheimer haben auch nach 23 Jahren eine große Fanbase, das zeigt sich immer wieder in der Begeisterung des Auditoriums.

Das Change-Over dauerte diesmal 15 Minuten. Pünktlich 18:45 Uhr standen die deutschen Electroveteranen CAMOUFLAGE vor dem Publikum. Bereits seit 1983 machen Marcus Meyn, Heiko Maile und Oliver Kreyssig zusammen elektronische Musik. Für dieses Festival wurden Gastdrummer Jochen Schmalbach (Smallboy, Tiefschwarz) und Gitarrist Volker Hinkel (Fools Garden) engagiert. Man sah und spürte die Spielfreude der Musiker. Sänger Marcus Meyn tanzte auf der Bühne, als wäre er 25 Jahre jünger. Ich hoffe nur, dass seine Bandscheiben noch intakt sind. Es gab natürlich die großen alten Hits wie „The Great Commandment“ und „Love Is A Shield“ zu hören, aber auch die neueren wie „Me and You“ und „Confusion“ wurden zu Gehör gebracht. Alle Songs wurden von den Fans enthustiastisch mitgesungen, bis auf zwei Tracks. Die waren nämlich neu und kündigen ein neues Album an, welches „Greyscale“ heißen soll. Nach 65 Minuten war Marcus‘ Hemd total durchgeschwitzt und dennoch hätten CAMOUFLAGE gern noch länger gespielt. doch der Hauptact stand schon in den Startlöchern.

Um 20:15 Uhr ging es los: AND ONE betraten die Bühne: Sänger und Mastermind Steve Naghavi, die beiden „neuen“ alten Joke Jay und Rick Schah und als Gastmusiker Nico Wieditz. Was lieben wir Steves leicht arrogante Persönlichkeit und die Art und Weise, wie er sich in großer Pose auf dier Bühne präsentiert. Aber die Fans wollen das auch so. Gleich nach dem Intro brachte „Technoman“ die Massen zum Toben. Herr Naghavi hatte wie immer Hummeln im Hintern und ein Hit jagte den anderen. Zwischendurch gab es die ein oder andere frivole Bemerkung, aber als Fan ist man das gewohnt. Nach der regulären Setlist lies er sich ein wenig betteln und huldigen. Aber es gab dann natürlich noch zwei Zugabenblöcke. Vor dem letzten Song kündigte er an, dass im April, Mai oder Juni nächsten Jahres die nächste Tour ansteht und er die Legitimaton hat, dabei 50% eigene Songs und 50% Songs seiner Lieblingsband zu spielen (Für diejenigen, die es nicht wissen, es ist DEPECHE MODE). Dann intonierte er „Enjoy the Silence“ und beendete den Song mit einem Schlag auf die Triangel. Die Zuschauer waren sehr verzückt. Nach 120 Minuten Steve und Band war dann Schluss.

Nach fünf Stunden Konzert am Stück, die kleinen Umbauphasen nicht beachtet, war man irgendwie geflasht. Es war wie Ostern und Weihnachten zusammen, diese Bands an einem Abend erleben zu dürfen. Ein großartiger Nachmittag und Abend ging zu Ende. Ich hätte dies gern noch einmal. Irgendwann bald.

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