Sommerwiesentraum.

Bäuchlings lassen wir uns auf die Sommerwiese fallen, hören das friedliche Gesumm und Gebrumm, riechen Schafgarbe, den Klee, das Gras. Die zitternden Gräser schlagen über uns zusammen. Der blaue Rittersporn hält Wache, das Johanniskraut und der Ginster leuchten gelb bis in die lichtgrüne Nacht hinein.

Sie stützt ihre Arme auf und beobachtet einen Marienkäfer auf einem schwankendem Halm. Ich schaue eine Weile zu und dann übermannt mich die Müdigkeit und ich schlafe ein. Ich fliege über die Wiese. Immer höher und immer schneller. Am Anfang sehe ich noch die vielen bunten Farbtupfer der Blumen und Sträucher. Bald nur noch einen grünen Fleck. Es geht immer höher und höher. Mir wird langsam kalt. Ich bekomme Angst.

Plötzlich holt mich etwas Unbekanntes aus diesem Albtraum. Sie hat einen Grashalm auf meiner Nase tanzen lassen: „…sechs, sieben schwarze Punkte hat der Käfer. Man könnte denken, es ist der vom vergangenen Jahr. Ein Punkt ist dazugewachsen, so wie der Jahresring für den Baum.“ Wir sehen uns an und prusten los.

Um uns ist wieder der lichtgrüne Sommertag mit Rittersporn, Ginster, Johanniskraut und hundertdrei verschiedenen Gräsern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s