Es ist Herbst auf Hiddensee.

Längst haben die Sommerausflügler die Insel verlassen. Der Sturm hat die Blätter von den Bäumen gepustet. Die Zugvögel üben den Formationsflug für den Weg in südliche Gefilde. Es ist Herbst auf Hiddensee.

Der richtige Zeitpunkt, um dem Alltag für ein paar Tage zu entfliehen, ist gekommen. Ein Kurzurlaub auf der Ostseeinsel Hiddensee sollte uns dabei helfen. Kaum haben wir die Taschen in der Ferienwohnung in Vitte verstaut, geht es hinunter an den Strand. Die Ostsee empfängt uns mit Windstärke Acht, das Tosen der Wellen ist ohrenbetäubend. Wir ziehen die Kapuzen noch tiefer ins Gesicht und halten uns gegenseitig fest. So kann uns nichts passieren. Wir schauen auf die Wellen uns sehen am Horizont die Sonne blutrot im Meer versinken.

Der nächste Tag beginnt mit dem herrlichsten Sonnenschein. Der Sturm hat nachgelassen. Wir machen uns auf den Weg in Richtung Kloster, um den Leuchtturm Dornbusch (72 m) zu besteigen. Wir haben gerade noch Glück, dass uns der Leuchtturmwärter aufgrund des Sturmes noch auf die Aussichtsplattform lässt. Später steigen wir an den Strand hinab und laufen die 5 km am Strand entlang zurück nach Vitte. Wir suchen Hühnergötter. Sie findet viel mehr als ich. Aber immerhin kann ich am Ende der Wanderung auch vier Stück mein Eigen nennen. Ein kleiner Trost.

Am folgenden Tag machen wir uns auf den Weg Richtung Neuendorf, wir wollen das Leuchtfeuer Gellen sehen. Dies ist ein kleiner Leuchtturm, der gerade mal 12 Meter hoch ist. Von Vitte aus gehen wir durch eine malerische Heidelandschaft, immer mit Hörkontakt zur Ostsee. Es ist sehr faszinierend, nur das Tosen der See zu hören und dabei durch riesige Erikafelder zu wandern. Nach ca. 5km kamen wir nach Neuendorf mit seinen vielen neuen Häusern, die meist nur über eine Wiese zu erreichen sind.

Als wir den Ort verlassen, säumt ein Kiefernwald unseren Weg. Nach reichlich 2 km sehen wir das Leuchtfeuer zwischen den Kiefernwipfeln hervorlugen. Auf der Wiese gegenüber dem Kiefernwald haben unzählige Wildgänse Halt gemacht. Ich versuche mich heranzupirschen, um sie von Nahem zu sehen, doch sie sehen mich kommen und ergreifen fliegenderweise die Flucht. Ein atemberaubender Anblick. Nach Hause geht es bei ziemlichen Sturm erst den Sandstrand entlang, der später von steinigen Abschnitten abgelöst wird. Natürlich findet sie wieder einige Hühnergötter. Ich habe ihr dann in der Ferienwohnung dennoch einen heißen Kaffee gekocht.

Am nächsten Morgen geht es schon wieder nach Hause. Die Fähre fährt pünktlich 10:15 Uhr in Richtung Festland ab. Die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, stehen wir an Deck und schauen wehmütig zur immer kleiner werdenden Insel zurück. „Vielleicht bis nächstes Jahr!“ rufen wir leise übers Meer.

Ein paar Inselimpressionen: Klick!

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