Erkenntnis unterm Apfelbaum.

Die Zweige des Apfelbaumes ächzen schwerbeladen fast bis ins Gras hinab, obwohl den Früchten noch die letzte Herbstsüße fehlt. Der Sturm letzte Woche hat fast alle Blätter vom Baum gefegt. Nun hängen die leuchtend roten Früchte wie Weihnachtskugeln an einem Tannenbaum. Nur das Lametta und die Kerzen fehlen.

Mein Sohn steht unter einem Ast, reißt einen Apfel ab, beißt hinein, schüttelt sich mit säuerlicher Miene und wirft ihn ins Gras. Die Wiese liegt voller angeknabberter roter Kugeln. Ich bücke mich nach einem herunter-gefallenen, vom Star angehackten Apfel. Mit dem Taschenmesser schneide ich den angepickten Fleck weg und halte ihm die Frucht hin.

„Den soll ich essen?“ fragt er skeptisch. Doch nach einem ermunternden Nicken meinerseits nimmt er den Apfel und beißt in das Fruchtfleisch. Er lächelt und isst den Apfel bis auf den Griebs auf. „Wieso schmeckt der und die anderen nicht?“

„In Sachen Apfel scheint der Star klüger zu sein als wir Menschen.“ antworte ich, währenddessen mein Taschenmesser bereits den nächsten Apfel ausschneidet.

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