Vom Küssen.

Der Kuss. Es wurde schon sehr viel darüber geschrieben, gemalt und verfilmt. Es gibt vielerlei Arten von Küssen: den Handkuss, den Filmkuss, den Luftkuss, den Stirnkuss, den Eskimokuss, den sozialistischen Bruderkuss oder den Schmatzer, den man seinem Kind auf die Wange drückt; den romantischen Lippenkuss, der bei jung und alt hoch im Kurs steht und den Zungen- und Intimkuss, die bei Paaren mehr oder weniger intensiv praktiziert werden.

Gerade im Frühling, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen
die grauen Gedanken aus den Köpfen der Menschen vertreiben, wächst das Bedürfnis zu küssen. Wohl dem, der einen Partner hat und sich diesem Vergnügen auf einer Parkbank oder am Ufer eines idyllischen Sees hingeben kann. Diese Paare ernten dann neidvolle Blicke der Singles. Doch gerade jetzt, wenn die Sonne scheint, sind die Menschen eher bereit, sich für jemanden anderes zu öffnen und damit haben Alleinstehende jetzt die große Chance, auch in den Genuss von Frühlingsküssen zu kommen.


Doch warum haben wir das Bedürfnis zu küssen? Küssen ist eine natürliche Droge, die wir ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, in großen Mengen konsumieren können. Die Glücksgefühle beim Küssen lassen uns „high“ werden. Und das sogar kostenlos. Beim Küssen produziert der Körper Neuropeptide, die das Immunsystem in Schwung bringen. Der Puls steigt rasant, so dass wir manche Joggingrunde sausen lassen könnten, wenn wir öfter leidenschaftlich küssten.

Verliebt sein ist etwas Wunderbares, doch rein biochemisch gesehen, sind Verliebte krank. Sie haben einen veränderten Serotoninspiegel im Blut. Die Folgen kennen wir alle: Verliebte verhalten sich ähnlich wie Verrückte, sehen alles rosarot (wahlweise auch himmelblau), können sich auf nichts mehr konzentrieren und haben nur ihren Partner im Kopf. Aber für eine gewisse Zeit lang ist das auch völlig in Ordnung.

Und während ich diese Zeilen schreibe, steigt mein Kussverlangen rapide an. Ich werde hinausgehen, in die Sonne. Vielleicht findet sich jemand zum Küssen.

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