Opa Langbein.

Mein Sohn traut sich nicht, die Schuppentür zu öffnen, um sein Fahrrad heraus zu holen. Als Ausrede gibt er an, Weberknechte würden die Tür bewachen. Ein zwölfjähriger Junge hat Angst vor Spinnen. Ich seufze tief und laut hörbar.

Aber was sind Weberknechte eigentlich für Tiere?  Die Weberknechte, auch Schuster, Kanker, Zimmermann oder Opa Langbein genannt, stellen eine Ordnung der Spinnentiere dar. Da sie über keinerlei Spinndrüsen verfügen, können sie keine Netze spinnen. Sie haben auch keine Giftdrüsen, sondern nur eine Art Stinkdrüsen, über die sie im Notfall giftige Substanzen absondern, um Angreifer abzuwehren. Und im Gegensatz zu den Webspinnen haben die männlichen Exemplare einen Penis als echtes Geschlechtsorgan. Darauf wollen wir an dieser Stelle aber nicht weiter eingehen.

Die Achtbeiner haben zum Teil extrem lange Beine, die schon mal die 25-fache Körperlänge erreichen können. Bei einigen Arten macht das bis zu 16 cm pro Bein. Aneinander gelegt, ergibt das 128 cm Beinlänge pro Spinne. Fast so lang wie ein zwölfjähriges Kind.

Dies erzähle ich meinem Sohn. Er hört gespannt zu, grinst, geht zum Schuppen und holt sein Rad. Im Vorbeifahren ruft er in meine Richtung: „Die Tür war frei, Opa Langbein ist bestimmt auf Futtersuche.“ Ich schmunzele still in mich hinein.

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