Last Christmas – Alle Jahre wieder.

Weihnachten, das Fest der Liebe, der Familie, des Essens und der heimeligen Musik. In Wirklichkeit gibt es meist familiären Streit, Völlerei und „Last Christmas“ in Dauerschleife. Hätten George Michael und Andrew Ridgeley die Tragweite ihres Songs jemals ermessen können? Nein, es war ihnen nicht bewusst, welches „Monster“ sie da geschaffen haben. Ein scheinbar zeitloses Liebeslied, welches in einer Art Perpetuum Mobile die Menschheit seit über 30 Jahren regelmäßig in der Adventszeit heimsucht.

Überall begegnet es uns im Radio, im Kaufhaus, auf öffentlichen Toiletten, an den Glühweinbuden der Weihnachtsmärkte und natürlich in den Wohnungen weihnachtskonditionierter Menschen. Man kann diese Lied lieben oder hassen, es bleibt ein Ohrwurm. In der Weihnachtszeit kann man sich diesem Dauerbrenner einfach nicht entziehen. Hand aufs Herz, irgendwann hat jeder diesen Song gut gefunden und sei es nur für einen klitzekleinen Augenblick.

Man hörte von Menschen, die mitten in der Nacht schweißgebadet aufwachen, weil sie im Traum beim Neudreh des Videos mitspielen mussten. Gerüchte sprechen von Fällen blutender Ohren nach Hören des Songs. Geheimdienste sollen den sechs Minuten langen „Pudding Mix“ nutzen, um Geständnisse zu erpressen. Familienfeiern eskalierten, während der Song im Radio lief. Von Beziehungsdramen gar nicht zu reden.

Dennoch ist der Song ein Riesenerfolg. Seit 1984 fließen jährlich etwa 8 Millionen Euro Tantiemen in den Nachlass des leider zu früh von uns gegangenen George Michael. Er war Komponist des Stückes und sein Ex-Band Kollege Andrew Ridgeley geht leer aus. Tragisch, aber wahr.

Kurioserweise war der Song von Wham! nie an der Spitze der Charts, denn im Dezember 1984 nahm „Do they know it’s Christmas“ des Bob Geldof Projektes Band Aid die Spitzenstellung ein, die den dritten Weihnachtshit „The Power of Love“ von Frankie goes to Hollywood vom Thron auf den dritten Platz verdrängten. Anfang Januar 1985 war Weihnachten dann kein Thema mehr und Foreigner schnellten mit ihrer sehnsüchtigen Ballade „I want to know what love is“ auf den Spitzenplatz. Dennoch wurden allein im ersten Jahr 1,6 Millionen Tonträger von „Last Christmas“ verkauft. Für ein saisonales Lied ist das Weltklasse.

In diesem Sinne lassen wir die Glöckchen klingen und singen alle gemeinsam voller Inbrunst: „Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day you gave it away…


Exkurs: Im Video sind Helen „Pepsi“ DeMacque und Shirlie Holliman zu sehen, die zu jener Zeit Backgroundsängerinnen von Wham! waren. Nach Auflösung von Wham! fanden sie sich als Pepsi & Shirlie zusammen und hatten im Jahr 1987 Hits wie Heartache (Platz 2 in UK) und Goodbye Stranger (Platz 9 in UK). Wer genau hinschaut, erkennt im Video Martin Kemp (Bassist von Spandau Ballet), der im Jahr 1988 Shirlie Holliman heiratete. Musik verbindet eben.

1 Comment »

  1. Wie wahr, und ich habe etwas gelernt. Dass Martin Kemp im Video zugegen ist, war mir noch nie aufgefallen. Aber Dein Kommentar reist die Wunde über den phänomenalen George Michael wieder auf. Ich bin 1982 durch den „Wham Rap“ auf George Michael aufmerksam geworden. Ein Drama. Und so hat sich der Kreis zu Weihnachten 🎄 (Baumfest) wieder geschlossen. Drama!

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